Montag, 7. November 2016

38,5 km zum perfekten Wochenende

Dieser Blog scheint immer mehr zum persönlichen Reisetagebuch zu werden. Auch gut. Die äußerst kurze Reise ging nach Baden bei Wien zu einem Wohlfühlwochenende mit drei Stationen.

Teil A) Aufwärmen, Abschruppen, Massage und Weiteres im Hamam Baden. In einem ehemaligen Tröpferlbad ist 2003 ein Türkisches Dampfbad eingebaut worden. Sehr klassisch in weißem Marmor gehalten, der zentrale Raum mit Marmorbecken und zwei beheizten, kreisrunden Liegesteinen.

Streng und Fachkundig wird man vom Tellak (die Herren und Damen die waschen, peelen und massieren) in die Wickel- und Tragetechnik des Peştemal genannten Tuches eingeführt. So ist man nackt und doch immer an den entsprechenden Stellen verhüllt.

Im Unterschied zu anderen Bädern dieser Art in Österreich merkt man am Detail, dass einem hier sehr fachkundige Hände waschen. So beginnt nach einer halben Stunde Aufwärmphase auf den heißen Bänken und Liegesteinen das Ganzkörperpeeling durch Reiben mit einem rauen Handschuh, gefolgt durch die eigentliche Waschung mit Unmengen von Schaum, der aus einem Baumwollsack gepresst wird. Sollten dann noch Verspannungen zu finden sein, werden diese bei der folgenden Rundummassage sicherlich weggedrückt. Heiße und kalte Güsse beenden die eigentliche Waschung nach ca. 2 Stunden.


Teil B) Sich bewirten lassen im Primavera. Franz Pigel ist ein "rescher" Typ. Inhaber, Koch und Patron des einrichtungsmäßig in den 80ern in rosa Würde verweilenden Primavera. In seinem kleinen, ca. 25 Plätze zählenden Lokal bleibt die Konzentration beim Essen, den Glasvitrinenkästen, Spiegelpanäle und Barungetüm sind sicherlich kein Grund hier vorbeizuschauen. Was Franz Pigel jedoch so an Meeresfrüchten, Wild, Rind und Nachspeisen aus seiner Küche herausträgt schmeckt sehr gut. Und wenn man dann sich ein bisserl über seine Kreationen mit ihm unterhält und dem einen oder anderen Geschmack bei ihm nachfragt, wird Patron Pigel dann durchaus leidlich. Ein netter Abend.

Teil C) Die Nacht des Rhinozeros. Nein niemand hat sich gestritten. Wildgetier als Lampenständer, Bilder- und Uhrenhalter und als sonstiger Behübsch, sind sozusagen das Markenzeichen der Villa Gutenbrunn. Dort kann man dann gut nächtigen. Das hat auch schon Beethoven gemacht. Wer die Zeit findet, schnappt sich einen Bademantel am Zimmer und schlapft im unterirdischen Gang rüber in's Römerbad, Haben wir diesmal nicht gemacht, nett war's jedoch allemal.

Teil D) Malakof im Cafe Centpal. Der Unterstrich vom R ist schon abgefallen. Das macht aber nix, das Central, gleich neben dem Rathaus, hat sich die volle Ladung 60er-Charme behalten.
Die Renovierung vor zwei Jahren dürfte auch nur einge hundert Euro schwer gewesen sein. Der Lack blieb abgewetzt, die Fensterbretter sind angespaxt und die Umleimer der neuen Tische werden wohl auch nur 2 Jahre an den Tischen halten. Nein, nicht, dass das Central schäbig wäre, es ist so wie es immer war. Oder wie der Kellner sagt: "Wissen Sie man kann die Gäste die seit 30 Jahren immer am selben Platz sitzen, nicht verschrecken - mit zuviel Neuem." Das macht das Centpal zum schönen Ort.


Vorgemerkt für nächstes mal:
  • Rosengarten im Kurpark
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