Freitag, 22. Februar 2008

P2P fördert CD-Absatz

Nur allzu logisch klingt es, dass Leute die Musik aus dem Netz "saugen" keine CD mehr kaufen. Eine Studie der University of London im Auftrag von Industrie Canada belegt das genaue Gegenteil. Zitat: "[...] our analysis of the Canadian P2P file-sharing subpopulation suggests that
there is a strong positive relationship between P2P file-sharing and CD purchasing. That is, among Canadians actually engaged in it, P2P file-sharing increases CD purchasing. We estimate that the effect of one additional P2P download per month is to increase music purchasing by 0.44 CDs per year [...]".


Ich würde in Ergänzung dazu ja auch die These aufzustellen wagen, dass eine Konkurrenzsituation zwischen Freiem P2P und CD-Verkauf nur im Bereich der Zweit- und Drittverwertungen besteht und der Neuerscheinungsmarkt ohnedies nicht von P2P bedroht wird. Also der Copyrightindustrie kommt eventuell der "long tail" abhanden, doch nicht das Premierengeschäft.

Donnerstag, 3. Januar 2008

TV-Zeit: zweimal öffentlich-rechtliche Journalistik

Weihnachtsferienbedingt konnte ich in letzter Zeit mehr fernsehen. Ein gutes Lehrstück bzgl. Qualitätsstandards österreichischer und deutscher TV-Angebote im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gab der Fernsehabend am 02.01.07. Gesehen dabei beim ORF das Servicemagazin "Konkret" und bei der benachbarten ARD die Dokumentation "Merkels Macht".

Konkret featurete der ORF in einem langen Beitrag einen Verein namens Schutzengerl, der mittels privater verdeckter Ermittlung, versteckten Kameras, versteckten Mikrofonen und Angabe falscher Identitäten auf eigene Faust nach Sexualstraftätern fandet, um diese beim BK "zu melden". Im Stil billiger Privatsenderware, inszenierte der ORF die "verdeckt gedrehten Szenen" zu einer nachamenswerten Praxis wehrhafter Bürger. Dabei übersieht der ORF augenscheinlich seine Schranken und positioniert sich als Anstalt der Blockwarte.

Ganz anders da die ARD (resp. der NDR). Die angesprochene Dokumentation rückt den Macherhaltungsstrategien der deutschen Kanzlerin in analytischer, begründeter aber zugleich scharfer Art zuleibe. Es wird nachgefragt - an verschiedenen Seiten. Es wird hingesehen - genau und zeitaufwendig. Und es wird gesagt, was Schlußfolgerung ist - ohne Schere im Kopf. Undenkbar sowas über z.B. Wolfgang Schüssel (nämlich wärend seiner Amtszeit) hier zu sehen.

Oft wird von den Medien als dritter Macht im Staate gesprochen: zwei beredte Beispiele.

Samstag, 29. Dezember 2007

Katzentatze


Seltsam und ein unbedingtes Habenwollen ist diese Katzentatze. Sozusagen das Beste von der Katze. Natürlich ein sinnvolles Produkt aus Japan. Neko-Nyanbou (Cat's Hand): American Short Hair wird hier vertrieben. Ein gutes YouTubeVideo gibts auch.

Freitag, 28. Dezember 2007

Arbeitsstipendien 2008 des Edith-Ruß-Haus für Medienkunst

Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst vergibt für die MonateJuli bis Dezember 2008 drei 6-monatige Arbeitsstipendien fürinternationale Künstler, die sich mit Neuen Medien beschäftigen. Esgibt keine Altersbeschränkung. Die Stipendien sind jeweils mit 10.000 €dotiert. Eine internationale Jury sichtet die Projektvorschläge undentscheidet über die Stipendienvergabe. Für die Stipendiaten bestehteine zeitweilige Residenzpflicht. Sie werden in die Aktivitäten desHauses integriert. Deadline für die ausgefüllte, unterschriebene Bewerbung mit Projektbeschreibung:
29. Februar 2008 an

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Freitag, 7. Dezember 2007

Verpflichtung zur Kür

Wieder eine Firma in des Sand gesetzt. Das traditionsreiche österreichische Flugzeugunternehmen XYZ ist an internen Schwierigkeiten zugrunde gegangen. Das wären wohl die Headlines, wäre das betreibswirtschaftlichen Planspiel - welches wir heute zu zwöft im net culture lab gespielt haben real. Unter fachgerechter Spielleitung zweier Betreibswirte musste das Team 24 Papierflieger pro 15 Minuten an eine Kundin ausliefern. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht anfängliche Lieferschwierigkeiten des Papierzulieferes sowie das völlige Fehlen von nichtgebundenen Geldmitteln gewesen wäre. So ist Mangels gelieferten Rohstoffen (konnten nicht mehr eingekauft werden, da kein Geld dafür da) und betriebsinternen steinzeitlicher Logistik - die jeweils immer eine komplette Vierteljahresproduktion eingelagert hat, bevor diese am Stück verkauft wurde - schnell die Produktion stillgestanden. Das engagierte Personal hat praktisch sofort auf Notbetrieb umgeschalten, und Innovationen (neue Lackierungen, neue Modelle, Produkte in anderen Sparten) hervorgebracht ... jedoch völlig ohne Koordination mit Vertrieb, Kundin oder geschweigeden Geschäftsführung. Diese wiederum, hat mit den neuesten Managementtechniken vesucht das Ruder herumzureissen. So haben zwölf MitspielerInnen in kürzester Zeit einen simplen Produktionsbetrieb in den Abgrund innoviert.

Das Design des Spieles legt also nahe, dass betreiblicher Erfolg, bzw. betriebliche Engpässe nur durch straffes Management zu lösen sind. Und Innovation sozusagen nur die Kür nach erfolgter Pflicht sein kann. Gut also, dass wir gescheitert sind, denn Erfolg in diesem Spiel würde bedeuten, dass Kreativität, soziale Verantwortung, eine Ökonomie der Aufmerksamkeit bzw. das Postulat der Wissensgesellschaft nur nachgereihte Faktoren des fordistischen Wirtschaftens sind.

Gibt es eigentlich Planspiele, die die Selbstverständlichkeit der Kür (also innovativer Prozesse) in den Mittelpunkt rücken?

Montag, 3. Dezember 2007

humancalendar.com

Eine feine kleine Webidee ist der humancalendar.com. Anstatt simpler Kalendarblätter gibts für jeden Tag einen Freund/in, der/die das Datum zeigt. Und gut gemacht: Die jeweils anderen Tage des Monats blicken interessiert in Richtung aktuellem Tag. Wenn man das jetzt noch persönlich gestalten könnte (Freunde auswählen, verknüpfen mit MySpace, Facebook, LinkedIn, Orkut, Xing) dann wäre es ernsthaft "Killer". Mal sehen vielleicht machen die Leute von humancalendar.com da bald einen nächsten Schritt.

Freitag, 30. November 2007

Lasertagging vs. Punschdampf

Besinnlichkeit schlägt im MQ schnell in Besinnungslosigkeit um. Das hier angesiedelte Punschquartier produziert dieser Tage so an die 1000 bis 2000 Volltrunkene pro Abend. Wenn dann die Menschen vom G.R.L. Vienna vorbeikommen und mit Laserpointer und Beamer ihr kreatives Gegenprogramm starten, bleibt man dann doch noch ein wenig im Quartier. Vom Fenster des "net culture lab" aus läßt sich auch ganz formidabel das Museum Leopold beschreiben. Gute Sache, bringt immer wieder Freude.