Montag, 7. November 2016

38,5 km zum perfekten Wochenende

Dieser Blog scheint immer mehr zum persönlichen Reisetagebuch zu werden. Auch gut. Die äußerst kurze Reise ging nach Baden bei Wien zu einem Wohlfühlwochenende mit drei Stationen.

Teil A) Aufwärmen, Abschruppen, Massage und Weiteres im Hamam Baden. In einem ehemaligen Tröpferlbad ist 2003 ein Türkisches Dampfbad eingebaut worden. Sehr klassisch in weißem Marmor gehalten, der zentrale Raum mit Marmorbecken und zwei beheizten, kreisrunden Liegesteinen.

Streng und Fachkundig wird man vom Tellak (die Herren und Damen die waschen, peelen und massieren) in die Wickel- und Tragetechnik des Peştemal genannten Tuches eingeführt. So ist man nackt und doch immer an den entsprechenden Stellen verhüllt.

Freitag, 3. Juni 2016

Einmal kurz nach Florenz

Eineinhalb Tage Florenz dass ist ein knappes Programm. Hier die Tipps und Ratschläge für ein nettes Wochenende in der Hauptstadt der Toskana. Eigentlich reist man von Wien kommend idealerweise mit dem Nachtzug im Schlafabteil mit nettem Frühstück. Das sollte man jedoch zumindest zwei Monate im Voraus buchen. Wir haben das nicht getan und bekamen im Nachtzug nicht mal mehr einen Sitzplatz in der zweiten Klasse. Also Flug. Und das ist nur mit Zwischenstopps finanziell tragbar. Das bedeutet, dass eine ganz beträchtliche Zeit für die Flüge (in unserem Fall über Düsselsdorf und Bologna) drauf ging, Also Reisezug vorzeitig buchen!

Dienstag, 19. Januar 2016

CELLE: How to Make the World Work

Ein Abend in Referenz zu Richard Buckminster Fuller
featuring Klaus Schafler und Thomas Thurner.


"Nicht alles ist gleich wichtig, aber nichts ist unwichtig. Ein Raum soll nicht festgelegt sein, soll kein statisches Gefühl vermitteln, sagt Richard Buckminster Fuller, sondern soll dem Wechsel stattgeben, sodass seine Bewohner auf ihm spielen können wie auf einem Klavier", so dass KünstlerInnenkollektiv CELLE.

Und CELLE weiter: "Ebenso - wollen wir ergänzen - soll auch die künstlerische Handlung keine feste sondern eine transitorische Form annehmen, an der alle  Mitwirkenden – Akteure und Publikum – einen wesentlichen Anteil haben."

Samstag, 24. Mai 2014

OCK14 - Open Commons Kongress in Linz

Es war mir eine Freude gemeinsam mit anderen Sprecher/innen Open Commons - Projekte bei diesem alljährlichen Kongress zu präsentieren. Der Bogen spannte sich von ELGA und Security bis hin zu unserer School of Data - Austria.

 https://drive.google.com/file/d/0B5o869m2CYq-ekdjRnUwZjNNX2M/edit?usp=sharing


Programmheft

Freitag, 22. Februar 2013

Wolo 2013

Und wer hat gewonnen? Der #wolo12 geht an Gerhard Ruiss, stellvertretend für die Initiative "Kunst hat Recht" (Interessanterweise hat die Initiative "KHR" dann auch noch den Publikumspreis gewonnen, mit 87 Dezibel nur 1 Dezibel vor dem nordischen Stümpegott Ansgar Heveling aus Game of Thrones (Deutschland). Der verdiente erste Doppelwolo!

Und hier der Text zur wunderschönen Gesangsperformance von Evelyn Führlinger.

Montag, 10. Dezember 2012

Geodetic x-mas

Wieder einmal ein kleines Spassprojekt: The Geodetic Gingerbread Dome Challenge des Richard Buckminster Fulller Instituts Austria. Nach einer längeren Konstruktionsphase ging es dann am Sonntag an's Backen. Insgesamt 1 kg Lebkuchen und 1/2 kg Zuckerguß machten den Dome. Die Idee geht auf ein Posting von Leo Sauermann aus 2011 zurück. Nach einem Jahr war es nun soweit.


Weihnachtsdome sind aber nicht nur in Lebkuchenkreisen beliebt. Das Nachbarschaftsprojekt am Kühnplatz hat Ihrer Krippe eine Biosphäre verpasst. Natürlich stillecht im Geodetischen Design.


Dienstag, 20. Dezember 2011

I'm caught in the net of innovation

"Schlüsselspieler der Innovation" nennt sich die jüngste Netzwerkanalyse von Harald Katzmairs FAS Research. Im Auftrag von inits und Wirtschaftsagentur wurden Unternehmen und Personen auf ihren Vernetzungsgrad und ihre Rolle im Wiener Innovationsbereich analysiert. Siehe da, auch mein Netzwerk hat's zur Sichtbarkeit in dieser Studie geschafft. Es ist zwar ein bissl eitel darüber zu bloggen, dass man in einem Ranking auf einem forderen Platz gelandet ist - aber ich gestehe - mich freut's.


Studie: download PDF
Poster: download PDF
Summary: Inits Blog 

Aus dem Pressetext: Erstmals wurden die Innovationsnetzwerke ausgehend von Wien im Detail analysiert. Dank der Analyse werden unterschiedliche Entwicklungszyklen der untersuchten Innovations-Branchen sofort erkennbar: Während Bereiche wie Biotech, Erneuerbare Energien und Umwelttechnologien bereits etabliert und stark vernetzt sind, weisen junge Branchen wie e-Mobility und New Media viele einzelne Pioniere mit vergleichsweise geringer Vernetzung auf. Die von der Wirtschaftsagentur Wien und INiTS beauftragte Studie wurde von FAS.research durchgeführt und legt die Grundlage für ein gezieltes Innovationsmanagement.

Sonntag, 13. März 2011

Rack of Lamb with Polenta Gnocchi, grilled Tomato Risps and Lemon Leek



Ingredients

  • 400 g lamb crown
  • 1 rosemary
  • 1 thyme
  • 1 garlic
  • 1 olive oil
  • 250 ml milk
  • 40 g butter
  • 100 g polenta
  • 1 egg
  • 60 g sheep cheese
  • 1 tsp thyme
  • 1 salt, pepper
  • 1 oil for frying
  • 1/2 lemon
  • 1 leek
  • 1 butter, salt, pepper

Directions

  1. Salt and pepper the rack of lamb and rost both sides sharply. Then put it in an ovenproof dish and sprinkle it with thyme, rosemary, garlic and drizzle it with olive oil. Cook at 220 degrees celsius for 20 minutes in the oven.
  2. For the polenta gnocchi boil bay leaves and thyme with milk. Afterwards remove bay leaves and sprinkle in the polenta slowly. Add the butter and let the pot cool down. Add the egg and sheep cheese, salt and pepper and stir the polenta. Form balls and fry it in hot oil.
  3. Cut the leek into rings. Sauté it in butter. Taste it with lemon, salt and pepper.
  4. Grill the tomatos in the gravy - remove them.
  5. Poure a gulp of red wine into the gravy and mount with butter
Prep Time: 30 min Cook Time: 45 min Ready in: 1 h 15 min

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Rack of Lamb with Polenta Gnocchi, grilled Tomato Risps and Lemon Leek courtesy of Polykitchen.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

The Real Underground

Vierzig Personen machen sich am 7.10.2010 auf den Weg singend durch die Stadt zu ziehen. Es ist der Wiener Beschwerdechor - ein Projekt von Oliver Hangl. Am Beginn dieses Jahres verwandelte der Musiker Sir Tralala Beschwerden in Musik und Stefan Foidl, Gründer des Jazz Chor Wien, einen sehr gemischten Haufen von Suderanten in einen Chor. Der Chor tritt nun schon einige Monate regelmäßig in der Stadt auf - entweder als ungefragte Intervention, dort wo es gerade nötig erscheint, oder auf Einladung von Freund/innen und Kolleg/innen - zumeist aus der Kunstszene.

Wir - ich bin Mitglied des Chors - stehen dabei ganz unterschiedlichen Menschen in den unterschiedlichsten Situationen gegenüber. Heute waren das:
Gerade die beiden letzteren Stationen sind ein paar Zeilen wert. Um den folgenden, schon mit den Veranstaltern des Festivals im Theater Nestroyplatz koordinierten, Auftritt zeitgerecht beginnen zu können, war für den Aufritt am Praterstern nur wenig Zeit. Wir sangen dort eine Kurzversion des Beschwerdeliedes, in schneller Aufstellung vor dem Bahnhof - gerade zwischen Alkoholisierten, Obdachlosen und nachhause hastenden Werktätigen. Die Wirkung war famos: Es wurde innegehalten, gelauscht, mitgegröllt und verwundert/interessiert geschaut. Eine Intervention im wirklichen Leben.

So komplett anders der Auftritt 15 Minuten später vor dem Publikum des Festivals Underground City 21. Erwarteten wir hier ein freundliches und aufgeschlossenes Gegenüber, so war die Enttäuschung groß. Ein sichtlich vom vielen "Underground" schon etwas gesättigtes Grüppchen (15 Personen), schaffte es gerade einmal bis zum Mittelteil unserer ohnehin sehr kurzen Performance. Man zog sich wieder in's Theater zurück.

Ein mehrdimensionaler Rückzug wir mir scheint. 1) Das Publikum hat sich in dessen Rolle bestätigt: Es konsumierte. 2) das traditionelle Setting der Aufführung wurde fortgeschrieben: Der Chor tritt auf die Bühne - das Publikum interagiert nicht (in diesem konkreten Fall durch erbrachte Wertschätzung oder artikulierten Widerspruch) und 3) die Veranstaltung bleibt hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Oder legt uns Thomas J. Jelinek, in seinem Statement auf der Veranstalter/innenhompepage bereits die Blaupause für ein "Verschwinden des Anspruchs" des so genannten Undergrounds nahe?

... Damit möchte ich neben dem virulenten thema des schwindens von öffentlichem raum mit dem auch das verschwinden eines untergrund-begriffs, (bzw. der widerständigkeit und gegenentwürfe) verbunden ist, auch einen anderen theaterbegriff positionieren, der weit über vorhandenes wie situationismus, aktivismus im öffentlichen raum oder stationentheater etc. hinausgeht und bewusst dem landläufigen aufsagen von auswendig gelerntem text in gebastelten kontexten in "sparten-kisten" gegenüber steht. ... (Thomas J. Jelinek)

Der Vorhang geschlossen, viele Fragen offen!

Mittwoch, 25. August 2010

Christoph Schlingensief

Eben habe ich mir auf 3sat das letzte Interview mit Christoph Schlingensief angesehen. Unendlich traurig! Er versucht sich zu erklären, was da auf ihn zukommt, und findet kaum Antwort. Bange vor dem Nicht-Mehr-Sein, vor dem Nicht-Mehr-Tun können. Und er kramt ein paar Versatzstücke an Gläubigkeit hervor, die hoffentlich helfen. Das Interview läßt traurig zurück, mit diesen ganzen absoluten Fragen läßt es alleine.
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Samstag, 21. August 2010

Sunce sija - Hravati 2010

Ein Urlaub als Tagcloud. Und die Geschichten, die hinter den Tags stecken sind dann doch am besten am Abend im Freundeskreis erzählt. Terminanfrage hier jederzeit - wir sind redebereit.


Alle Einträge dazu auf QYPE

Montag, 19. Juli 2010

Tina Modotti

Das Kunsthaus Wien zeigt die von Andreas Hirsch kuratierte Ausstellung über Tina Modotti. Es ist immer wieder schwierig Ausstellungen im erdrückenden Hundertwasserbau anzusehen. Diesem Ausstellungsraum fehlt jede Zurückhaltung, und die gezeigten Exponate sind immer in Gefahr von schiefen Wänden, Zwiebelchen und bunten Emailtaferln zur Tourismusfarce zu werden --- bei dieser Schau nicht: Sie besteht und kann überzeugen. Das mag auch daran liegen, das sich Tina Modotti auch zu Lebzeiten von ihren damaligen, Weggefährten abheben vermochte: Diego Rivera und Edward Weston.

Die knappen zehn Jahre ihrer fotografischen Arbeit bilden die revolutionär-utopistische Welt Mexikos der 20er Jahre ab. Aufbruch, Umbruch und Revolutionsromantik. Gerade hier ist - neben der ästhetischen Qualität der Bilder - die Stärke der Ausstellung. Tina Modotti - wie auch ihre Freundin Frida Kahlo - entwickeln ihre eigenen Sichten auf die Revolution und das linke Projekt in Mexiko. Und sie geben damit einen individuellen Widerpart zum Agitprop der Muralismos, der uns - im wahrsten Sinn des Wortes - die damalige revolutionäre Avantgarde in Personen verbildlicht.

Den Blick auf das Mexiko der 20er Jahre, den Tina Modotti freigibt, gibt es noch bis 7.11.2010.
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Donnerstag, 24. Juni 2010

Kino im Kopf

Die letzten beiden Frühabende habe ich als Statist verbracht. Diese Tage wird der Film die Trumann Show in einer fahrenden Strassenbahn neu inszeniert. Vom Film bleibt nur die Tonspur; die Videospur macht die echte Stadt im Blick durch das Bim-Fenster. Oliver Hangl hat damit wieder einmal von der Stadt Gebrauch gemacht und durch eine intelligente Intervention ein neues Erleben derselbigen ermöglicht. Schon als Statist ist das ein großer Spass. Und aus der Strassenbahn steigt das Publikum sichtlich verzaubert/berauscht aus. Fein.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Warum der ORF beschränkt gehört und die FuZo weiterbestehen soll.

Aus tiefster Überzeugung und als ehemaliger Radiopirat auch mit diesbezüglicher Konter-Erfahrung: Der ORF ist nicht der Nabel der Welt, er ist nicht das einzige österreichische Medium mit ordentlichen Redaktionen, und er ist nicht der einzige Medienbetrieb, der Qualitätsjournalismus betreibt. Diese Monopole sind gefallen! Übrigens aufgehoben vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der war es, der Mitte der 90er Jahre erkannte, das auch Staaten wie Österreich ein wenig Medienvielfalt benötigen - und das die Abdeckung aller publizistischen Bedürfnisse durch einen staatsnahen Rundfunk kein Garant für die angestrebte Meinungvielfalt ist. In einem kommerziellen Medienumfeld bedeutet das im Klartext: Der ORF muss privaten Anbietern Platz am Markt lassen, damit diese entsprechende Medien - im Sinne einer pluralen Medienlandschaft - platzieren können.

Weil, man soll es nicht vergessen, der ORF ist - im Unterschied zur ARD, zur SRG oder gar zur BBC - ein zu tiefst kommerziell agierendes Medienhaus. Und als solches hat er verstanden seine Medienbündel entsprechend zu positionieren: Massenangebote im Zentrum, flankierende Abdeckung bei den Spartenangeboten und schließlich Minderheitenabdeckung mit Begleitmedien und Campaigning. Man vergesse nicht die Ausleger des ORF in Musikindustrie und jährlichen Festivalzirkus. Schon ganz schön viel Marktmacht. Man könnte in Anbetracht der umfassenden Präsenz des ORF auch von Marktversagen sprechen. Grund genug, hier und dort, den einen oder anderen Riegel vorzuschieben zu versuchen. Weil - wir erinnern uns - Mitte der 90er Jahre wurde bereits das Monopol durch den EGMR ausgehoben.

Jetzt wurden einige der Nischenmärkte für den ORF versperrt. Durchaus mit Augenmaß und in keinem Moment den ORF wirtschaftlich gefährdend (die Zerschlagung des ORF wünschen sich ja nur mehr wenige Stahlhelme unter den ZeitungsherausgeberInnen). Problematisch ist es, dass in einer dieser Nischen die hochgeschätzte FutureZone beheimatet ist. Eine Redaktion, die großartige Arbeit für Netzkultur, ICT und Onlinewirtschaft leistet - mit RedakteurInnen, die ihr Handwerk verstehen. Diese zu verlieren wäre ein publizistisches Desaster erster Güte.

Das AUS für diese redaktionelle Einheit muss man verhindern. Gefragt ist nun vor allem die Redaktion: Was wollen die RedakteurInnen der FutureZone? Die Solidarität ihrer UserInnen ist den FuZo's sicher! Solidarität die jedoch nicht mit einer Freikarte für den ORF als Ex-Monopolisten zu verwechseln ist. Da sollte man sich eine Differenzierung leisten.

Freitag, 30. April 2010

Drei Jahre NCL-Dornbirn



Mit einem ganzundgar alten Webmedium gratuliere ich zum dritten Jahr. Keep dancing, keep beeing outer-space!

Sonntag, 3. Januar 2010

Erfolgreiche Fanpages in Facebook einrichten.

Wie bekomme ich eine erfolgreiche Fansite in Facebook? Was muss ich machen um FreundInnen für mein Anliegen zu gewinnen? Welche Rolle spielt Facebook im Bündel von viralen Marketingaktivitäten im Web2.0. Falls das jemanden von Euch beschäftigt, hier ein absoluter Tipp:

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ist hier g'rad Wachwechsel im Meinungsführerzirkus?

Ich habe jetzt erstmals Zeit gefunden mich durch die Postings rund um den "Internet-Ist-Parasitär-Sager" von Armin Thurnher durchzuklicken. Eine Menge Aufregung! Auf einem ISPA-Podium verschafft sich Thurnher ein bissl Luft und polemisiert in Richtung Internetgeneration freudig drauf los. Narzisstische und hysterische Störungen, gesteigerte Kommunikationsunfähigkeit und überhaupt ein rüpelhaftes Verhalten werden da als Kennzeichen des/der "digital natives" munter von Thurnher in's Treffen geführt - befeuert vom Uraltargument, dass die so genannten Webmedien nicht jenen journalistischen Maßstäben genügen die sie zu echten Publizistikprodukten machen. Ja, weiter noch, diese Parasiten der Medienlandschaft arbeiten auf Kosten der klassischen Medien - sie schreiben dort ab, recherchieren nicht selbstständig und ruinieren obendrein noch den journalistischen Markt. Die Argumentationsline ist einfach schon alt: Das haben schon die Printleute über die Radio-Leute, die Radioleute über die TV-Leute und die Zeitungsleute über die Magazinleute gesagt. Mein Gott - es ist halt Meidenmix da draußen!

1000mal gehört, 1000mal ist nix passiert! Und doch: In irgendeinem Saure-gurken-zeit-glas ist dann ein Sturm ausgebrochen. Ein Welle der Empörung tickert durch die Blogosphäre. Thurnher sei bestenfalls ein "digital immigrant", gehöre der Alterskohorte der Besitzstandwahrer an, benehme sich wie ein mittelalterlicher Fürst, sei Modernisierungsverlierer und darüberhinaus noch ein rüpelhafter Chefredakteur, der seine Mitarbeiter öffentlich vorführe. Damit sei klar, er ist für den "Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für freie Internetminuten" nominiert.

Doch reflexartig (hallo Meerschweinchen!) halte ich kurz inne: Wer wird den da jetzt gerade als Internetfeind Nr.1 von der Blogosphäre durch den Wolf gedreht? Armin Turnher, Faltergründer, einer der wenigen Querdenker des Landes, beinahe einziger Widerstandskämpfer gegen den Mediamilkomplex, beherzter Dagegenhalter gegen den Haiderpopulismus und noch einges mehr. Es muss ja nicht gleich die kollektive Beißhemmung, ob dieser Vita, ausbrechen - aber ein Blick auf die gesamte Person Armin Thurnher wäre schon gut, bevor man den Stab über ihm bricht.

Und vielleicht noch eines: Ich gönne Armin Thurnher die Rolle die man ihm in öffentlichen Diskurs zugesteht: Schützer des Qualitätsjournalismus. Dieses Prädikat hat er sich hart über Jahrzehnte erarbeitet - mit offenem Visier und authentisch in jedem einzelnen Leitartikel. Mag sein, dass da nun neue Opinionleader anstehen diese Funktion zu übernehmen. Der Generationenwechsel ist ja nahezu mit Händen zu greifen. Doch ich bleibe dabei, das ist trotzdem noch lange kein Grund dem Vorgänger solange auf die Archillesferse zu treten bis dieser nur mehr wild gestikulierend durch die publizistische Öffentlichkeit springt.

Die Botschaft ist einfach: Armin Thurnher kennt sich nicht aus mit dem Netz. Er soll auch solche Podien tunlichst meiden. Doch er ist weiterhin unverzichtbar, dort wo's um Print und Radio und TV geht. Auch ein Grund warum ich - als Jurymitglied - gegen eine Verleihung des "Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für freie Internetminuten" an Armin Thurnher bin.

Und übrigends gibts für die Meinungsführer/innen der "digital natives" ohnehin auch noch ein paar andere Battlegrounds: Wie wäre es mit Netzneutralität.

Dienstag, 28. Juli 2009

Punk-Roaar-Tattoo-Hasen-Sweetness

Der Sommer ist nicht da. Weil das Klima kollabiert. Aber sei's drum - das Sommerloch hat sich auch geschlichen! Fünf Bands an vier Tagen, unzählige DJs, Kunst, Kultur und Sonnenbad. Ein gutes Wochenende besteht aus:

Mittwoch, 22. Juli 2009

Christoph Lindenmaier, europäischer Communitymedienpionier (1953-2009)

Wer über Freies Radio in Österreich spricht muss über Christoph Lindenmaier sprechen. In den frühen 90er Jahren war er es, der tatkräftig und mit grossem Engagement den Grundstein für jene Piratenaktivitäten legte, die zu den bekannten - und unverzichtbaren - Sendern Orange 94.0, Radio FRO, Freirad und Radiofabrik etc. führten.

Er schulte ein, half Baupläne zu entwickeln und vor allem gab er den meist noch jungen österreichischen Radiodesperados die Sicherheit, dass es sich hier nicht bloß um eine jugendliche Gaudi, sondern um ein höchstpolitisches Anliegen der selbstbestimmten Landnahme handelt. Ein Kampf um Grundrechte, die auf allen Ebenen geführt werden muss: Legistisch, Aktionistisch und Technisch. Und dabei war er mehr als smart!

In dieser Zeit haben ich oft angerufen, bei Radio LORA, in Zürich, bei Christoph: Um Rat, um technische Hilfe, um konzeptuelle Tipps. Denn nur ein paar Jahre vor Österreich ist in der Schweiz das schwierige schon gemeistert worden. Ein legales, ein freies, ein breites selbstbestimmtes Radio aufzubauen.

Schlußendlich war es auch der ruhige Schweizer mit dem oft nachdenklich geschlossenen Augen (wer in kannte kennt auch diesen markanten Tick), der Stück für Stück (möchte fast sagen Frequenz für Frequenz) den Behörden eine Frequanznutzungsregelung abrang: Mit Argumenten, mit Wissen, mit Sicherheit des machbaren Gegenbeweises. Ich freu mich, dass ich dort mit ihm zusammenarbeiten konnte, und ich bin traurig über den Verlust eines echten Idealisten, eines Umsetzers, eines Schrittmachers.